Hochschule Osnabrück - Usability-Lab
Druckansicht der Seite: Mehrwerte (www.ecs.hs-osnabrueck.de/24231.html)
Gewonnene Mehrwerte des Konzeptes
KONZEPT ALLGEMEIN Aus den allgemeinen zu dem Konzept und der Organisation gestellten Fragen gehen 102 positive Aspekte hervor. Ein Hauptgrund für die Akzeptanz des Konzeptes scheint die Freiheit in Bezug auf die Handhabung und Nutzung zu sein. Darunter fällt die Orts- und Zeitflexibilität, welche vor allem durch den Podcast und die VIPs, aber auch durch den in Meilensteinen organisierten praktischen Teil gewährleistet wird. Des Weiteren werden die Wiederholbarkeit sowie die Möglichkeit zur Unterbrechung des Lernprozesses dazugezählt, die sich hauptsächlich auf den Podcast beziehen. Diese Aspekte, die unter Handhabung und Nutzung fallen, bieten dem Lernenden eine Individualisierung seiner Lernorganisation. Das Konzept bietet somit den Lernenden die Möglichkeit zu entscheiden,
- wann,
- wie lange,
- mit welchen Methoden und
- welche Inhalte
sie lernen möchten. Die Studierenden führen an, dass es förderlich für das Lernverhalten sei, Inhalte parallel recherchieren und wiederholen zu können. Diese Vorzüge kann eine klassisch gehaltene Vorlesung nicht bieten. Zudem wurde das geförderte kontinuierliche Lernen und die gebotenen Lernzielkontrollen von vielen Studierenden als sehr positiv bewertet. Diese Äußerungen beziehen sich hauptsächlich auf das Online-Curriculum, aber auch auf die Nutzung der Coaching-Sitzungen. Um die Coaching-Sitzungen effektiv nutzen zu können, wird die Auseinandersetzung mit dem Lehrmaterial vorausgesetzt, was wiederum das kontinuierliche Lernen fördert. Eine wichtige Voraussetzung stellt dabei die Eigenverantwortung dar, weil die Teilnahme an den Coaching-Sitzungen und an dem Online-Curriculum freiwillig ist. Dabei ist es umso erfreulicher, dass zehn Nennungen explizit die Rolle der Eigenverantwortung als positiven Aspekt hervorheben. Aufkommende Fragen und Unklarheiten seien, basierend auf insgesamt 28 Nennungen, durch zu Hilfenahme der anderen Lernmedien – vor allem des Internets – häufig zu beheben. Aber auch durch die Kommunikation mit den Kommilitonen und den Besuch der Coaching-Sitzungen können Probleme erfolgreich beseitigt werden. Zudem wurde positiv angemerkt, dass die Veranstaltung »anders«, abwechslungsreich und inhaltlich interessant sei und zum Lernen animiere. Insgesamt fällt die Bewertung also sehr gut für das ganze Konzept aus, wobei alle Module einzelnd Erwähnung fanden.
Der Erfolg des Konzeptes wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass der Notendurchschnitt der Klausuren eine deutliche Leistungssteigerung erkennen lässt. Der Notendurchschnitt vor dem Einsatz des Konzeptes lag zwischen 3,22 und 3,71 und konnte im Sommersemester 2007 und Wintersemester 2007/2008 auf 2,76 verbessert werden.
Um die Bedeutung der Module für das gesamte Konzept zu differenzieren, zielten einige Satzergänzungsfragen konkret auf diese ab.
LIVE COACHING Zu den gegeben Argumenten der zwei Fragen, die sich konkret mit den Coaching-Sitzungen auseinander setzten, wurden insgesamt 31 positive Aspekte aufgezeigt. Es konnte in Erfahrung gebracht werden, dass die Coaching-Sitzungen als ein wichtiger Bestandteil angesehen und genutzt werden. Die Wichtigkeit der Coaching-Sitzungen wurde durch die 25 genannten Argumente hervorgehoben. Dieses wird darauf zurück geführt, dass in einer solchen Sitzung Fragen gestellt und beantwortet werden können, weshalb es nicht überrascht, dass das Live-Coaching bei Klärungsbedarf auch genutzt wird. Zudem wurde die Wissenskonsolidierung angeführt, welche durch die Vertiefung und Wiederholung des Gelernten gewährleistet wird. Eine Person hat zudem den Kontakt zu Kommilitonen und Professor positiv hervorgehoben.
An dieser Stelle ist außerdem anzumerken, dass unter den dazu insgesamt 24 angeführten negativen Äußerungen 18 Angaben positiv interpretiert werden können. Die Coaching-Sitzungen stellen in diesen Fällen keinen wichtigen Bestandteil dar, weil die Studierenden keine offenen Fragen mehr haben und sie deshalb auch nicht an den Fragestunden teilnehmen. Dies wird positiv bewertet, da die Studierenden sich mit den übrigen zur Verfügung gestellten Materialien und durch andere Quellen das nötige Wissen aneignen. Dieses Argument (keine Fragen mehr) mindert jedoch nicht den Nutzen der Coaching-Sitzungen, da sie von vielen Studenten als eine große Hilfe angesehen werden und somit einen wichtigen Bestandteil darstellen. Obwohl die Argumente diese Interpretation zulassen, wäre auch eine andere Interpretation möglich und zwar, dass die Studenten den Lehrinhalt nicht genügend reflektieren und dadurch weiterführende Fragen nicht stellen können. Es ist unwahrscheinlich, dass durch einfaches ›konsumieren‹ der Lehrmaterialien das komplexe Feld der Audio- und Videotechnik ausreichend verstanden werden könne, so dass gar keine Fragen mehr offen blieben. Jedoch stellt diese Interpretation ebenfalls keinen negativen Aspekt der Coaching-Sitzungen heraus, sondern unterstützt zudem die Anwendung dieser. Die Sitzungen bewegen manche Studierende vielleicht sogar noch eher dazu Fragen zu stellen, als dass sie dieses auf Grund von Scheu in einer Präsenzveranstaltung tun würden.
PODCAST Mit den speziell zu den Podcast-Episoden gestellten Fragen sollte in Erfahrung gebracht werden, ob sie genutzt werden und ob es möglich ist ihnen zu folgen und sie zu verstehen. Es wurde durch elf Argumente angeführt, dass die Podcast-Episoden eine gute Ergänzung zu dem Skript darstellen, da sie die Inhalte noch mal vertiefen, Kerninhalte herausstellen und durch Grafiken und Beispiele das Verständnis erleichtern. Acht Personen gaben an, dass sie die Podcast-Episoden als gleichwertigen Vorlesungsersatz ansehen. Bezüglich der Handhabung und Nutzung wurden die Ort- und Zeitflexibilität und wiederum die Möglichkeit von Wiederholungen und Pausen hervorgehoben, was wiederum vermuten lässt, dass es möglich ist, einer Podcast-Episode gut zu folgen und sie zu verstehen. Des Weiteren lobten die Studenten den Inhalt und die Qualität der Episoden mit zehn Nennungen. Zuletzt wurde das Heranziehen anderer Quellen genannt, welches auch durch die Möglichkeit von Pausen und Wiederholungen erleichtert wird.
FOLIEN Eine andere Quelle stellen die Folien dar, mit Hilfe derer ein Großteil der Studenten problemlos und eigenständig lernen konnte. Zu der betreffenden Frage wurden am häufigsten die exzellente Qualität und der informative Inhalt hervorgehoben. Wie schon zu den Podcast-Episoden angemerkt wurde, bieten die Folien eine gute Ergänzung zu dem Podcast. Zwei Personen betonten außerdem die schnelle Hilfe beim Ausfüllen der VIPs durch die Möglichkeit der Wortsuche im Dokument.
Die Ergebnisse des Usability-Tests bestätigen die Aussagen zu dem Podcast und den Folien insofern, als dass sich die Suche in den Folien als effektive Hilfestellung erwiesen hat und sich ein Großteil der Studenten mit Hilfe der Podcast-Episode vorbereitet hat. Die Handhabung und Nutzung des Podcasts erweist sich somit als eine Erleichterung im Lernprozess und dient dem tieferen Verständnis der Lehrinhalte. Jedoch eignen sie sich – aufgrund der erhöhten Orientierungs- und Suchzeiten – nur bedingt während der Bearbeitung der VIPS. Sie werden höchstens zur Unterstützung der Informationsaufnahme aus den Folien herangezogen.
ONLINE-CURRICULUM Die achte Satzergänzungsfrage beschäftigt sich konkret mit den VIPs und inwiefern diese einen wichtigen Bestandteil in der Lernumgebung für die Studierenden darstellen. Mit 25 Nennungen wurde, wie erwartet, der Vorzug der VIPs in Bezug auf das kontinuierliche Lernen und die Lernzielkontrolle betont. Weitere sechs Nennungen bestätigten ausdrücklich die zusätzliche Motivation, die dadurch entsteht.
Zusammenfassend weist das ganze Konzept eine Vielzahl an Mehrwerten auf, die auch von den Studierenden erkannt und benannt wurden. Dabei erfüllte jedes Modul unterschiedliche Funktionen und kann nur in der Gesamtheit des Konzeptes alle Mehrwerte entfalten.
Die Analyse der Argumente zu den negativen Satzergänzungsfragen ist von großer Bedeutung, um das Konzept optimieren und in Zukunft die Gefahren weiterhin minimieren zu können.