Hochschule Osnabrück - Labor für Hochfrequenztechnik und Mobilkommunikation
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ComGeneration - Projektziele
Die Bereitstellung von kundenspezifischen Kommunikationsprozessen ist derzeit noch sehr zeit- und kostenaufwendig. Entsprechend gering ist die Verbreitung von spezifischen Multimedia-Diensten. Dies gilt sowohl für Business-to-Business-Dienste (B2B) als auch für individuelle Nutzeranwendungen, die so selbst im Web2.0-Bereich auf einfache Dienste beschränkt sind. So bleiben zahlreiche Möglichkeiten heutiger Multimedia-Netze vielfach ungenutzt.
Um die Einführung neuer Multimedia-Dienste zu beschleunigen, schlagen daher neuere Ansätze vor
Mehrwertdienste aus wiederverwendbaren Komponenten zu orchestrieren, d. h. zusammenzubauen, und
Mehrwertdienste agil, d.h. kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu erweitern.
Beispiele hierfür sind Service Orientierte Architekturen (SOA), die häufig auf einer Komposition von Web Services basieren, aber konzeptionell nicht darauf beschränkt sind. Für die Orchestrierung der Dienste sind spezielle Dienstentwicklungsumgebungen (Service Creation Environment) vorgeschlagen worden, die den Anwendungsentwickler bei der Dienstentwicklung unterstützen sollen.
Ein großes Problem bei der Entwicklung von Diensten bleibt aber das Testen der neu entwickelten Dienste, zumal es aufgrund wachsender Komplexität und geringerer Entwicklungszeit bis zur Einführung eines Dienstes zunehmend an Bedeutung gewinnt. Es ist jedoch noch ungeklärt, wie Testverfahren in die Dienstentwicklung, und insbesondere in eine Dienstentwicklungsumgebung, systematisch integriert werden können.
Die agile, fortwährende Weiterentwicklung der Dienste hat zwei wichtige Konsequenzen für die Dienstbereitstellung. Zum einen müssen die Dienstkomponenten zur Laufzeit aktualisiert werden können, und zum anderen müssen Dienste in einer variablen Umgebung mit sich verändernden Dienstkomponenten überleben. Dies erfordert Dienste und Dienstkomponenten, die autonome Eigenschaften besitzen und Mechanismen für die Selbst-Konfiguration, Selbst-Heilung und Selbst-Optimierung unterstützen. Im Projekt soll daher eine durchgängige Lösung erarbeitet werden, die den ganzen Lebenszyklus eines Dienstes unterstützt, indem sie die Entwicklung, den Test und die Bereitstellung von Multimedia-Kommunikationsdiensten vereinfacht und damit Zeit- und Kostenaufwand reduziert.
Das strategische Ziel des Projektes ist es, Mechanismen für eine effiziente und fortwährende Dienstentwicklung (Service Creation) und -Bereitstellung (Deployment) zu erarbeiten. Die Dienstentwicklung wird dabei nicht als einmaliger, sondern als ein kontinuierlicher Prozess verstanden, in dem die Mehrwertdienste für neue und sich wandelnde Anforderungen der Kunden kontinuierlich weiterentwickelt werden und dabei existierende Komponente wiederverwenden.
Die effiziente und verlässliche Bereitstellung von Diensten soll durch dieses Vorhaben erstmalig durch folgenden vierfachen Ansatz, entsprechend einem Dienst-Lebenszyklus, unterstützt werden:
Definition Test-freundlicher Entwurfsprinzipien für die Dienstkomponenten
Entwurf einer Testumgebung mit automatisierter Generierung von Tests (Test-last)
Entwicklung eines Test-getriebenen Service Creation Environment (Test-first)
Automatisierte Bereitstellung und Adaption von Diensten in Next Generation Networks
Hierbei soll erstmals untersucht werden, wie das Testen von Beginn an in eine Dienstentwicklungsumgebung integriert werden kann. Aus dem Bereich Software Engineering sind verschiedene Modelle bekannt, die den Softwaretest im Entwicklungsprozess berücksichtigen. Es ist jedoch ungeklärt, ob und für welche Bereiche diese Modelle auch bei der Dienstentwicklung eingesetzt werden können. Erfolgt die Dienstentwicklung kontinuierlich in kleinen Schritten, so könnten beispielsweise agile Entwicklungsmethoden mit der Iteration kurzer Anforderungs-Entwicklungs-Integrations-Test-Zyklen geeignet sein. Die so bereitgestellten Testverfahren garantieren zudem eine rückwärtskompatible Weiterentwicklung der Dienste.
Die Dienstentwicklungsumgebung soll hierbei bei dem einen Ansatz auf der zukünftigen Steuerungsebene von Kommunikationssystemen, dem IMS (IP Multimedia Subsystem) aufbauen. Das IMS bietet erstmals die Möglichkeit, Dienste einheitlich über heterogene Netze (Mobilfunk, WLAN, Festnetz) und außerhalb des Heimatnetzes anzubieten. Es ermöglicht eine einheitliche Unterstützung für Mobilität, Dienstgüte, Sicherheit und dienstspezifische Vergebührung. Beim anderen Ansatz soll die Dienstentwicklung und -bereitstellung auf den Mechanismen der Peer-to-Peer-Kommunikation aufsetzen, um auch diesen zukunftsträchtigen dezentralen Ansatz gleichermaßen zu berücksichtigen. In beiden Anwendungsfällen soll im Hinblick auf die zukünftige Transportnetzentwicklung auf IPv6 aufgesetzt werden.

- Mögliche Vorgehensweise bei der Dienstentwicklung, ausgehend vom Testen (Test first)

- Mögliche Vorgehensweise bei der automatisierten Dienstentwicklung, ausgehend vom Dienst (Test last)
Projektpartner: