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Projekt C-Mobile
Das zukünftige Mobiltelefon wird Telephonie, Internet und Fernsehen (Triple-Play) unterstützen. Schon heute bieten die Netzbetreiber über Portale Multimedia-Dienste für spezifische Nutzergruppen an. Für die effiziente Verteilung der Inhalte bieten sich Multicast-Dienste an, bei denen sich die Nutzer anmelden und ihre Dienste über gemeinsam genutzte Multicast-Kanäle ähnlich wie beim Fernsehen empfangen. Beispiele hierfür sind „Handy-TV“ und SMS- oder MMS-Kanäle für Fußballergebnisse (ein Club = ein Kanal). Um diese Dienste effizient bereitzustellen wurde 2006 MBMS (Multimedia Broadcast Multicast Services) standardisiert. Die Anzahl der möglichen gleichzeitigen Kanäle und Datenraten ist heute jedoch noch beschränkt.
Ziele
Das Forschungsprojekt „C-MOBILE“ hat sich zum Ziel gesetzt, das Mobilfunksystem UMTS (Universal Mobile Telecommunication System) weiterzuentwickeln, um mobile Multicast-Dienste (z. B. „Handy-TV“) für große Nutzergruppen effizienter zu unterstützen und damit mehr Kanäle und/oder höhere Datenraten für ressourcenhungrige Multimedia-Inhalte bereitzustellen. Das Zusammenspiel von Multicast-Kanälen und Kommunikation ermöglicht neue Dienste wie beispielsweise interaktives Fernsehen. Ein weiteres Ziel ist daher die Entwicklung einer flexiblen Diensteplattform auf Basis des IP Multimedia Subsystems (IMS), der Steuerungsebene für zukünftige Kommunikationssysteme.
Referenzsysteme
Für das Funkzugangsnetz wurden drei Referenzsysteme definiert, mit denen Schritt für Schritt leistungsstärkere Multicast-Dienste eingeführt werden können: die gegenwärtigen, auf CDMA (Code Division Multiple Access) basierenden Systeme, weiterentwickelte Systeme mit OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) und SC-FDMA (Single Carrier Frequency Division Multiple Access) und zukünftige Systeme, deren Topologie und Zugangsnetz noch weitgehend unspezifiziert sind. Anhand von Rechnersimulationen wurde gezeigt, dass mit so genannten Multi-Resolution Systemen die gesendete Datenmenge an die Empfangsqualität der Mobilstationen angepasst werden kann bei gleichzeitiger Verbesserung von Daten-Durchsatz und Versorgungswahrscheinlichkeit. Für auf OFDMA basierende Systeme wurde untersucht, wie die Makrodiversität, also der Empfang von mehr als einer Basisstation besser ausgenutzt werden kann.
Hochschule Osnabrück
Die Hochschule Osnabrück zeigte wie Relays zur Leistungsverbesserung für OFDMA basierende Funkzugangsnetze und zukünftige Netztopologien beitragen. Relays sind Netzelemente, die das von der Basisstation empfangene Signal erneut aussenden und somit Mobilstationen mit schlechter Verbindung zur Basisstation den Empfang ermöglichen können, allerdings auf Kosten zusätzlich benötigter Übertragungsressourcen.
Im Kernnetz wurde die Integration von IMS und MBMS für den Transport von Broadcast- und Multicast-Diensten untersucht. Die vorgeschlagene Architektur teilt die im BMSC (Broadcast Multicast Service Center) konzentrierten Funktionen auf die Elemente des IMS auf. Weitere Themen sind die Bereitstellung von Funktionen für ein dynamisches Management von Gruppen und für eine verbesserte Sitzungssteuerung für Multicast-Dienste. Die Hochschule Osnabrück entwickelte Scheduling-Algorithmen, die auf statistischen Parametern mehrerer Netzwerkschichten aufbauen und daraus die optimale Reihenfolge der Sitzungen bestimmen.
Es wurde ein Demonstrator erstellt, der die Leistungsfähigkeit der wichtigsten Neuerungen präsentiert.
Kooperationspartner:
- Portugal Telecom Inovação S.A. (PT)
- Qualcomm CDMA Technologies GmbH (D)
- Hutchison Whampoa Ltd (UK)
- University of the West of England (UK)
- Universität St. Gallen (CH)
- France Telecom SA (F)
- Instituto de Telecomunicações (PT)
- Deutsche Welle (D)
- Bamboo Mediacasting Ltd. (IL)
- University of Cyprus (CY)
- Associação para o Desenvolvimento das Telecomunicações e Técnicas de Informática (PT)
- Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. (D)
Projektdauer: 03/2006 - 04/2008
Links
Download des offiziellen Project Leaflet
Video der Abschlussdemonstration, ContentCasting-Szenario
Video der Abschlussdemonstration, interactiveTV-Szenario






