XonYt

Ziel des Projektes ist es ein modulares Framework zu erstellen, auf dessen Basis ortsbasierte und kontextsensitive Dienste einfach und schnell realisiert werden können. Es besteht aus Komponenten, die die Systeme der Mobilfunkprovider ergänzen. Des Weiteren werden unabhängige Server konzipiert, die mit mobilen Softwarekomponenten kommunizieren, die auf den Endgeräten installiert sind.
Konkret wird auf Basis eines Frameworks der Dienst „XonYt“ implementiert. Bei diesem ortsbasierten Dienst bekommt jeder Nutzer eine geographische Webzone zugeteilt, die ihn umgibt. Diese Webzone kann einen definierten Radius betragen und bewegt sich mit dem Nutzer bzw. mit seinem Endgerät. Daraus ergeben sich sehr vielfältige Möglichkeiten der Kommunikation aufgrund der räumlichen Nähe zu Webzonen anderer Nutzer oder ggf. zu Webzonen von Points of Interests, z.B. von Museen. Durch die Verschmelzung von individuellen Webzonen können dynamisch virtuelle Netzwerke entstehen. Diese Netzwerke entstehen ad-hoc auf logischer Ebene. Sie werden zunächst allein auf Basis der geografischen Position gebildet, könnten aber darüber hinaus auch weitere Kontextparameter (z.B. Alter, Geschlecht) berücksichtigen. Interessant ist vor allem der soziale Gesichtspunkt, der auch Social-Networking Dienste  (z.B. Facebook, StudiVZ) und andere Web 2.0 Anwendungen so populär macht.

Abb. 1 Konzeptdarstellung

Innerhalb seiner Zone kann der Nutzer sämtliche Internetdienste nützen und auch anbieten, z.B. Homepage, Blog, Guestbook oder Messaging. In Ergänzung zur klassischen Kommunikation weltweit wird hier die Relevanz von Personen, Gegenstände und Gebäude in der Umgebung auch informationstechnisch unterstützt. Das virtuelle Netzwerk stellt also ein Abbild der realen Umgebung des Benutzers zu einem bestimmten Zeitpunkt dar. Dies grenzt das geplante Vorhaben zum Stand der Technik gewöhnlicher ortsbasierter Dienste ab, da nicht nur statische Informationen zur Verfügung gestellt werden, sondern darüber hinaus noch die Kommunikation der Nutzer untereinander gefördert wird. Umgekehrt kann der gewöhnliche ortsbasierte Dienst jedoch in das virtuelle adhoc Netzwerk mit einbezogen werden. Entsprechendes gilt z.B. für Museen- und Messeführer, die über Informationen zielgerichtet anbieten wollen, wenn sich der Besucher einem bestimmten Raum oder Exponat nähert.

Darstellung der Nutzerzonen
Abb. 2 Darstellung der Nutzerzonen

Das neue, projektgemäße virtuelle Netzwerk auf Grundlage des zu schaffenden Frameworks verbindet modernes, natürliches Kommunikationsverhalten mit einem hohen Nutzfaktor und mit der Möglichkeit, rationell spezielle Dienste zu integrieren:

  • Es basiert auf dem www in Verbindung mit Mobiltelefonen
  • Es beschreibt keine rein physikalisch „tote“ Infrastruktur, sondern ein „personengebundenes“, dadurch virtuelles Netzwerk.
  • Es entsteht adhoc durch eine Gruppe von Usern, die momentan mobil sind, per Mobiltelefon mit dem neuen Netz verbunden sind und kommunizieren möchten
  • Es entsteht lokal(in einem bestimmten Gebiet) durch Überlappung von individuellen Webzonen
  • Jeder mobile User führt eine räumlich definierte, in der Ausdehnung änderbare Zone mit sich. Die Zone verlagert sich, wenn der User sich bewegt. Ein anderer User, der diese Zone betritt, bildet automatisch ein lokales virtuelles Netzwerk mit dem ersten. Das Netzwerk vergrößert sich automatisch, wenn weitere User beitreten. Das Netzwerk „pulsiert“ und weist zu einem Zeitpunkt (t) eine bestimmte räumliche Gestalt auf, zum Zeitpunkt (t+1) eine andere. Die sich zu einer Zeit (t) überlappenden Zonen bilden die aktuelle räumliche Ausdehnung des lokalen Netzwerks.
  • Auch räumlich fixierte User können mit ihren Raumkoordinaten dem Netz beitreten, wenn sie von der Zone eines passierenden Users oder einer Usergruppe berührt werden, z.B. Geschäfte, POIs, die Informationen adressieren.

 

Konsortium

Projektleitung:

DIS Informationssysteme, Dr. Dehn

Kooperationspartner: